Montag,
den 22. Juni 2026

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Wagners Musik in den Filmen von Hans-Jürgen Syberberg In Syberbergs Filmen führt Wagners Musik ein Doppelleben: Sie gehört sowohl zum romantischen Paradies der deutschen Kultur als auch zu der Hölle, in die dieses Paradies unter dem Nationalsozialismus entartete. Der Regisseur setzt beides nicht gleich und versucht nicht, Wagner nachträglich reinzuwaschen; stattdessen leistet er Trauerarbeit, in der Wagners Musik zugleich Quelle des Bösen und dessen Opfer ist. Syberberg bewahrt den Künstler Wagner davor, auf Hitler reduziert zu werden – doch dies um den Preis, die Wunde offen zu lassen. Der Weg seiner Wagner-Filme gleicht dem Weg des heiligen Speers, der die Wunde sowohl schlägt als auch heilt; er mündet in seine Verfilmung des *Parsifal*. *Ludwig – Requiem für einen jungfräulichen König* (1972). Wagner erscheint in einem Doppelbild: mal als Träger eines verlorenen romantischen Traums, mal als dessen Zerrbild. Am Ende tanzt ein Zwergen-Wagner am Galgen des „Märchenkönigs“, Motorräder (ein Zeichen des Blitzkriegs) fahren zur Hinrichtung auf, und die edle Musik wird durch eine vulgäre Polka banalisiert – ein Vorgeschmack darauf, wie das Erbe geschändet werden wird. Die Schlusseinblendung „Ruhe in Frieden“ ist ein Abschied von einer nicht entarteten Romantik, die gemeinsam mit Ludwig begraben wird. *Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried von 1914–1975* (1975). Hier gibt es keinerlei Schönfärberei: Das *Siegfried-Idyll*, das Familienrelikt des Hauses Wahnfried, wird zum Symbol für die bürgerliche Idylle der Nachkommen des Komponisten – eine leichte Beute für das Dritte Reich. *Hitler – Ein Film aus Deutschland* (1977). Hitlers Geist steigt aus Wagners Grab empor; Syberbergs Gesamtkunstwerk scheint Hitlers Gesamtkunstwerk zu vertreiben. Das Vorspiel zum *Parsifal* erklingt als akustisches Äquivalent einer verlorenen sakralen Ordnung und trägt das Motiv der Wunde sowie des Speers in sich, der sie zugleich schlägt und heilt. Der Film übernimmt die Rolle einer Ersatzliturgie: Indem der Regisseur die Wunde offen hält, leistet er Trauerarbeit. *Parsifal* (1982). Das erklärte Ziel ist es, „das Image Wagners im Nachkriegsdeutschland zu rehabilitieren“ und sein Musiktheater jenseits ideologischer Vereinnahmungen zur Geltung zu bringen, ohne dabei auf dessen romantische Ästhetik zu verzichten. Doch es handelt sich hierbei keineswegs um eine Beschönigung: Das Bühnenbild zeigt eine riesige, vergrößerte Totenmaske Wagners; Amfortas’ Wunde wird isoliert dargestellt, gleich einer Reliquie – als „Wunde aller Übertragungen“, als Metapher für die historische Verletzung einer Kunst, die durch die Katastrophen des Jahrhunderts kontaminiert wurde und erst durch die Anerkennung des Traumas Heilung finden kann. Die Rolle des Parsifal, die zunächst auf einen jungen Mann und eine junge Frau aufgeteilt ist, findet am Ende wieder zusammen: eine Erlösung auf zwei Ebenen zugleich – die Heilung der deutschen Wunde und die endgültige Rehabilitierung Wagners.
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Nach dem Eklat in Bayreuth anlässlich der Feiern zum 150 jährigen Bestehen der RW-Festspiele, bat ich die Referentin zu den 150 Jahren Bayreuth in Moskau um einen Beitrag, nachdem sie den Parsifal von1981/82 dort im Tretyakov Museum sah und den neuen "Prolog" zu den Demmin-Filmen, so benannt um sie in einem grösseren Zusammenhang zu verstehen. Nämlich in Richard Wagners Vorspiel zum P. mit Weltuntergangs -Vision vor 40 Jahren, diese von heute heute.

Aktuell. Neuester Stand. Nochmal was jetzt geschah 2026 zur Feier von 150 Jahren Richard Wagner in Bayreuth. Mit dem Programm .
RW - dirigiert von Thielemann und eine Rede von Herrn F. als Jude. Zum Fall RW und Bayreuth .

Mit dem Ergebnis Absage von Thielemann also ohne RW und Weigerung der Polizei für die Sicherheit zu garantieren.

Dokumentiert hier aus den Zitaten in der FAZ.

 

4.212
Der neue Prolog zu *Parsifal* setzt sich mit der Situation auseinander, die durch einen starken Anstieg antisemitischer Vorfälle in Deutschland und den Krieg in Gaza geprägt ist – eine Situation, die zum Zeitpunkt der Entstehung erst halbwegs wieder befriedet war. In dieser Auseinandersetzung wird Wagner erneut instrumentalisiert; sein Name und seine Schuld werden in gegenwärtige Konflikte hineingezogen und von beiden Seiten beansprucht. Die Trauerarbeit findet kein Ende, weil auch die Kriege kein Ende finden, und Wagner verharrt an der Stelle, die er für Syberberg schon immer eingenommen hat: im Zentrum, instrumentalisiert, als offene Wunde, die nicht heilen kann. Fünfundvierzig Jahre nach *Parsifal* (1982) kehrt Syberberg mit einem neuen Prolog zu seinem eigenen Film zurück – doch diese Rückkehr ist zugleich eine Neuorientierung. Der Auftakt – Kundrys Stöhnen, die Gralsglocke, verstreute Fotografien von Zerstörung – zitiert den Film von 1982 direkt: dasselbe zertrümmerte Modell des Gralstempels, platziert neben Bildern von Dresden. Die Einblendung „Parsifal entstanden vor 45 Jahren“ markiert die zeitliche Distanz, aus der heraus er – von seinem heutigen Standpunkt in Demmin aus – auf den Film zurückblickt. Der Prolog fügt disparate Materialien zu einer Collage zusammen. William Hogarths *The Bathos* (1764), sein letzter Kupferstich, zeigt den geflügelten „Vater Zeit“, der inmitten von Ruinen unter dem Wort „Finis“ stirbt: das Ende aller Dinge und zugleich der Tod der Kunst. Kleists *Das letzte Lied* (1809), das auf der Leinwand erscheint, verdoppelt dieses Motiv – das schwarze Unheil des Krieges, das sich am Horizont zusammenbraut, und das graue Gerüst der alten Staaten, das in sich zusammenbricht. Kleist ist hier in doppelter Hinsicht von Bedeutung: Er nahm sich das Leben, und seine Novelle *Die Marquise von O…* schlägt eine Brücke zu Edith Clever, die sowohl die Kundry bei Syberberg als auch Kleists Heldin verkörpert hat. Clevers Stimme, die einen Text über brennendes Land und blutrote Flüsse vorträgt, durchzieht den Prolog und verbindet *Parsifal* mit Syberbergs späteren Monologfilmen. Unter die *Parsifal*-Bilder legt Syberberg Bachs Präludium und Fuge Nr. 16 in g-Moll (BWV 885) aus dem zweiten Teil des *Wohltemperierten Klaviers*. In der Zwei-Welten-Struktur, die sich durch seine Wagner-Filme zieht, steht Bach für den reinen Strom der deutschen Musik – jenen Strom, der nicht in den Nationalsozialismus mündet, sondern unvergiftet bleibt und Heilung bringt. Hier ist sie: die ordnende, tröstende Stimme unter der Katastrophe. Die zweite Hälfte des Prologs greift auf seine jüngsten Filme zurück: *Demminer Gesänge* (2023) und *Nachtgesang* (2025). Aufnahmen der aus dem Totenbuch verlesenen Namen, Fotografien der Opfer, deren Namen laut genannt werden, Syberberg am Computer mit „Demminer Gesänge“ auf dem Bildschirm, das Plakat der Moskauer Premiere von *Nachtgesang*, ein Wasserkocher und eine Tasse auf der Straße vor dem restaurierten Herrenhaus – all dies überführt den Prolog vom Mythos in das konkrete Gedenken. Demmin, Ort eines der größten Massenselbstmorde im Frühjahr 1945 beim Einmarsch der Roten Armee, ist jenes „Ende der Welt“, das in der dreisprachigen – deutschen, russischen und englischen – Bildunterschrift des Prologs benannt wird. Das Russische ist dabei kein Zufall: Es richtet sich an das Moskauer Publikum und an eine Geschichte, in der deutsche und sowjetische Tote auf derselben Seite der Trauer vereint sind. Im Zentrum des Prologs steht die Wanderung der Wunde. In unserer Deutung des verfilmten *Parsifal* stand Amfortas’ Wunde – „die Wunde aller Übertragungen“ – für eine historisch verwundete Kunst, kontaminiert durch die Katastrophen des Jahrhunderts und erst durch die Anerkennung des Traumas geheilt. Der neue Prolog lenkt diese Deutung in eine andere Richtung. Vom Körper gelöst und wie eine Reliquie zur Schau gestellt, ist die Wunde nicht mehr nur die Wunde der deutschen Kultur, sondern die Wunde eines Volkes: der deutschen zivilen Toten am Ende des Krieges. Der heilige Speer, der im *Parsifal* die Wunde sowohl schlägt als auch heilt, reicht nun über die Gestalt Wagners hinaus, und derselbe Akt der Trauerarbeit wendet sich den eigenen deutschen Toten und der Schuld von 1945 zu. Der autobiografische Rahmen verschmilzt Mythos und persönliches Zeugnis: Das Kind, das Demmin brennen sah, und der Regisseur, der achtzig Jahre später die Namen der Opfer verliest, sind ein und dieselbe Person. Syberbergs Spätwerk weist in die Gegenwart: Die Demmin-Filme stellen die deutschen und sowjetischen Toten von 1945 jenen gegenüber, die heute erneut Krieg führen; *Nachtgesang* erlebte seine Premiere in Moskau während des Ukraine-Krieges – ein deutsch-russischer Akt des gemeinsamen Gedenkens, vollzogen zu einer Zeit, in der sich die Nachkommen beider Staaten wieder im Krieg befinden. Das Bayreuther Jubiläum, in dessen Rahmen diese Geschichte spielt, ließ ein Gedenkkonzert für ermordete jüdische Musiker – dessen Erlös jungen israelischen Musikern zugutekommen sollte – zu einem öffentlichen Streit eskalieren: erst angekündigt, dann aus Sicherheitsgründen abgesagt.
Ankündigung aus den USA

Der Text zum Prolog gen. Film von 2026 mit dem Vorspiel von RWs Parsifal von 1981/82 Der eigentliche Epilog.

von Maria Nedimova in Moskau

Aus der Hölle kommend 1977, zu den Figuren Dore's in Dantes Göttlicher Komödie sprechnd . Aber mit den Worten an seine Anhänger, heute (1977).
150 Jahre Richard Wagner in Bayreuth gestrichen, zu einem Vortrag geschrumpft ohne RW der Musik.
Richard Wagner aktuell lebendige in der Geschichte in Moskah, Tokyo, USA und Istanbul, als Film aus Deutschland.
Nach soviel Behauptung warum und wofür - wir sind noch da. N. ist der Beweis.