Mittwoch,
den 15. Juli 2026

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Das Buch aus Zabreb nun, auch Agram der Geschichte, beschreibt es - im Auftrag der Humboldt-Stiftung aus Berlin
solches zu empfangen. Das aber braucht Umwege auch in der Musik.

Nun auch in N.

Der Titel in deutscher Sprache

Und das Ohr ist ein solches
Aber nicht allein
auch sie ist dabei abseits ganz weit
lachend und vielfach geliebt

From the beginning, Syberberg looked to music for something that might prevent art from morphing into its quotidian and familiar guise, although at the same time he was not unaware that music itself could show such a face, too, as evidenced by his long- standing reckoning with Richard Wagner. In The Nossendorf Project, music is still what Syberberg draws upon. In Café Zilm, the music from the artist’s childhood reappears – Bach, Mozart, and children’s songs, while the work itself follows a musical structure comprising intertwining, contrapuntal lines. Another Syberberg’s action from the same period was the purchase of an organ for the church in Nossendorf,289 which had to be renovated following many years of neglect. In an untitled action held on 5 May 2018 at St. Bartholomew’s Church in Demmin, which was released as a video recording under the title of Demmin Requiem, Syberberg’s work appears to become indistinguishable from commemorating his fellow citizens killed that night in 1945. Or from a concert, which on that occasion, along with Mozart’s motet Ave verum corpus, featured a church choir from Demmin and the Prussian Chamber Orchestra performing Requiem by the same composer.290 It is as if his art had finally come so close to a piece it had previously circled around that every difference between them disappeared...

When toward the end of her essay Susan Sontag repeatedly mentions Joyce’s name alongside Syberberg’s, the thought arises that something is also apparent in her discourse that was not accessible to her herself. 291 She could not know at the time that the ending of Ulysses would find itself in a film by Syberberg, she could not know that the The Night would be dubbed an “Odyssey [...] into the lost kingdom of memories”, just as she could not know that verses from the Odyssey, the one by Homer, would find their way into Penthesilea. But she could sense that the artist’s path and his art alike outlined the biography of the one who left Ithaca dreaming of a return. And when he finally returned, he could see that his dream was quite different from the reality he found there.292 And Syberberg’s art? In an effort to prevent an ending that would, by nullifying everything that came before it, turn the work into something familiar, everyday-looking, his art found ways to neutralize, double, or postpone it. Although none of his works could set off into such an adventure if they had not always already been completed, if the mere ending had not granted their survival, in the case of his cinematic works, it is as if their given setting could still conceal the diaphora in the ending itself. As if his works entirely had to surrender to something else, faced with the question of whether they still existed or had disappeared already, in order to reveal what has always remained overshadowed, forgotten, and suppressed. Was this what the artist was looking for on his journey around the world? Something that was always there – and will never be.

Von Anfang an suchte Syberberg in der Musik nach etwas, das verhindern könnte, dass die Kunst in ihre alltägliche und vertraute Gestalt übergeht – wenngleich ihm zugleich bewusst war, dass auch die Musik ein solches Gesicht zeigen kann, wie seine langjährige Auseinandersetzung mit Richard Wagner belegt. Auch im *Nossendorf-Projekt* greift Syberberg auf Musik zurück. In *Café Zilm* kehrt die Musik aus der Kindheit des Künstlers wieder – Bach, Mozart und Kinderlieder –, während das Werk selbst einer musikalischen Struktur aus ineinandergreifenden, kontrapunktischen Linien folgt. Eine weitere Aktion Syberbergs aus derselben Zeit war der Erwerb einer Orgel für die Kirche in Nossendorf,289 die nach jahrelanger Vernachlässigung renoviert werden musste. Bei einer namenlosen Aktion am 5. Mai 2018 in der St.-Bartholomäus-Kirche in Demmin – veröffentlicht als Videoaufnahme unter dem Titel *Demmin Requiem* – scheint Syberbergs Werk kaum noch von dem Gedenken an jene Mitbürger zu unterscheiden zu sein, die in jener Nacht des Jahres 1945 ums Leben kamen. Oder von einem Konzert, bei dem neben Mozarts Motette *Ave verum corpus* ein Demminer Kirchenchor und das Preußische Kammerorchester das Requiem desselben Komponisten aufführten.290 Es ist, als wäre seine Kunst jenem Werk, das sie zuvor umkreist hatte, schließlich so nahe gekommen, dass jeder Unterschied zwischen ihnen verschwand... Wenn Susan Sontag gegen Ende ihres Essays wiederholt Joyces Namen neben dem Syberbergs nennt, drängt sich der Gedanke auf, dass in ihren Ausführungen auch etwas sichtbar wird, das ihr selbst nicht zugänglich war. 291 Sie konnte damals nicht wissen, dass das Ende des *Ulysses* Eingang in einen Film Syberbergs finden würde; sie konnte nicht wissen, dass *Die Nacht* als „Odyssee [...] in das verlorene Reich der Erinnerungen“ bezeichnet werden würde; ebenso wenig konnte sie wissen, dass Verse aus der *Odyssee* – jener von Homer – ihren Weg in die *Penthesilea* finden würden. Doch sie konnte ahnen, dass der Weg des Künstlers ebenso wie seine Kunst die Biografie dessen nachzeichnete, der Ithaka in der Hoffnung auf eine Rückkehr verlassen hatte. Und als er schließlich zurückkehrte, sah er, dass sein Traum sich erheblich von der Realität unterschied, die er dort vorfand.292 Und Syberbergs Kunst? In dem Bestreben, ein Ende zu verhindern, das – durch die Aufhebung von allem Vorangegangenen – das Werk in etwas Vertrautes, Alltägliches verwandeln würde, fand seine Kunst Wege, dieses Ende zu neutralisieren, zu verdoppeln oder hinauszuzögern. Zwar könnte keines seiner Werke ein solches Abenteuer antreten, wären sie nicht immer schon vollendet gewesen – hätte nicht das bloße Ende ihr Überleben gesichert –, doch bei seinen filmischen Arbeiten scheint es, als könne die vorgegebene Setzung die Differenz im Ende selbst verbergen. Als müssten sich seine Werke angesichts der Frage, ob sie noch existierten oder bereits verschwunden seien, gänzlich etwas anderem hingeben, um das zu offenbaren, was stets im Schatten geblieben, vergessen und verdrängt worden war. War es das, wonach der Künstler auf seiner Weltreise suchte? Etwas, das immer da war – und niemals sein wird.
Hier wurde es gefunden, abseits und doch ganz nah, weit ab, mit Umwegen nun da.
Auch aus Japan erkannt. Was hier insgeheim geschieht, an der anderen Seite der Welt.

Dass nun auch das N. der Natur dazugehört, ist ein neuer Gewinn, und dort die Töne zur Musik geworden, eine Erweiterung, die half.

 

Film im erweitertem Kunstbegriff. Und wenn D.D. schreibt über Cafe Zilm Nach dem Ende der Welt wie wir vor dem Parsifal 1981/82, dann ist dies alles trotz Dem und da zu entstanden.

 

 

Über die Puppen zu RW und H. auch D. Davidovic nochmal extra